Westböhmen, Regensburg
15.-17. Mai 2009
Wochenende im tschechischen Bäderdreieck - viel Kitsch und Gebäude im "Zuckerguss-Tortenstil" und hoher Altersdurchschnitt der idR kurenden Besucher. Kein Ort für die gewohnten Jazz-Bars. Ganz anders als der gesamte Rest Tschechiens, und gar nicht "urig".
Karlsbad (Karlovy Vary)
Kurstadt mit vielen heißen(!) Quellen, aus denen der Kurgast eine speziell gebaute, sogenannte Schnabeltasse im Karlsbader Stil befüllt, die sich dadurch auszeichnet, dass man aus deren Griff trinken kann (Recherchen haben ergeben, dass durch diese Schnabelform der Kopf beim Trinken nicht geneigt werden muss). Leider hat sich kein ostdeutscher Kurgast in Trinkpose für ein Foto dieses originellen Gefäßes gefunden (vielleicht geniert man sich dann doch vor dem letztlich vollzogenen Gebrauch in der Öffentlichkeit), aber Interessierte können ja Google bemühen...
Bečov
Kurzer Abstecher: eine schöne Burg, wenige Touristen, und man isst sehr gut!
Marienbad (Mariánské Lázně)
Ähnlich zu Karlsbad: ein großer Park als Zentrum der Ruhe und natürlich auch wieder eine Kolonnade, wo der geübte Kurgase seine Freuden an der Promenade ausleben kann. Sämtliche Berühmtheiten vergangener Jahrhunderte - von Goethe über Chopin, Wagner und Nietzsche - haben das hier schon getan.
Doubrava
Hier ist es wirklich nett: ein Dorf, das durch seine schönen Fachwerkshäuser noch aussieht wie vor hundert Jahren! Und dazu ein wirklich nettes Restaurant mit einem sehr schönen und ruhigen Garten - wenn man sich nicht von den Hühnern stören lässt...
Eger (Cheb)
Eine ehemals deutsche Stadt an der Grenze mit vielen schönen Häusern und deren Fassaden: die Deutschen sind wie überall hier nach 1945 vertrieben worden, die Fassaden sind geblieben.
Franzensbad (Františkovy Lázně)
Und noch eine Kurstadt! Aber: noch ruhiger.
Jáchymov
Eine Ernüchterung: hätten wir hier nicht durchfahren müssen, wären wir sicher durch die Werbung irritiert gewesen. Dieser schäbigste Ort von ganz Tschechien wirbt für sich selbst als Kurstadt. Curie hat hier das erste Radium gefunden. Was geboten wird: aufgelassene Uranminen, in die Stalin unliebsame Zeitgenossen in den Tod geschickt hat, noch schäbigere Verkaufsläden als die hinlänglich bekannten Gartenzwergdiskonter und viel billiger Sex. Ach ja: und zwei Kurhotels. Angeblich liegt der Ort innerhalb einer schönen Landschaft, die konnten wir aber nicht finden.
Loket
Ein kleines Cesky Krumlov! Der Ort war zwar völlig ausgestorben, liegt aber sehr hübsch und die Burg ist sehr gut erhalten. Schaurige Folterkammer.
Regensburg
Ein Kontrast: tolle Altstadt mit netten Lokalen und Bars, viele junge Leute, reges Leben. Sehenswert, hat was!














































